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Ein GEFÜHLtes Wochenende

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22. November 2023
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (1) Auf dem Rückweg von einem Spaziergang trafen die Jugendlichen auf viele kleine „Glühwürmchen Tüten“.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (2) Gemeinsam traurig sein und sich an kleine Momente erinnern.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (3) Draußen ist es Herbst geworden. Nebel zieht auf, die Stürme werden kräftiger und es wird kühler.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (4) Eine Gefühlspalette mal anders: Voll mit bunten, leckeren Süßigkeiten.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (5) Jede/r Teilnehmende bekam seine eigene kleine Gefühlspalette, bestückt mit bunten Süßis.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (6) Auch in diesem Jahr waren wir wieder in unserem altbekannten Haus in Achern am Bosenstein.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (7) Es ist wichtig, den Blick immer wieder auf die positiven Gefühle zu lenken, welche es in Verbindung mit Trauer ebenfalls gibt.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (8) Unsere Spielstuben-Elfen v.l.n.r.: Marlene alias "Bufdeline", Clarissa, Anneka, Sabine
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (9) Jedes Gefühl war hier willkommen, durfte seinen Platz haben, ausgelebt und gefühlt werden.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (10) Oft kann es eine Unterstützung sein, sich mit anderen auszutauschen.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (11) Oft kann es eine Unterstützung sein, sich mit anderen auszutauschen.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (12) Um sich zu erinnern, dass aus unseren Gefühlen auch etwas Neues wachsen kann, bekam jede/jeder noch bunte Blumenmurmeln, für seine eigene Gefühlswiese, die im Frühjahr erblühen kann.
Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg-verwaiste-geschwister-we-2023 (13) Der Anlass traurig, die Gemeinschaft heilsam. Das GEFÜHLte Wochenende wird allen noch lange in Erinnerung bleiben.
   

Der Sommer mit viel Licht und Sonne hat sich gewandelt und mit ihm vielleicht auch unterschiedliche Gefühle und Stimmungen wie Frühlingsgefühle, Sommerlaune, ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Nun ist es draußen Herbst geworden. Die Blätter haben sich verfärbt, der Nebel zieht auf, die Stürme werden kräftiger und es wird kühler.  Wenn die Tage kürzer sind und es früher dunkler wird nehmen wir vielleicht unsere Gefühle wieder anders und auch intensiver war. Gefühle bestimmen einfach unser Leben, ob wir wollen oder nicht.

Wie ist das mit den Gefühlen, wenn man einen nahstehenden Menschen verloren hat? Ist man da nur traurig, wütend und alleine? Trauer ist bunt und vor allem ist sie individuell. Trauer braucht Kraft, Zeit, ist ein dynamischer Prozess und wird von einer Vielzahl an unterschiedlichen Gefühlen und Emotionen begleitet, die uns vielleicht manchmal auch widersprüchlich erscheinen. Da kann es eine Unterstützung sein, sich mit anderen auszutauschen.

Deshalb trafen auch wir uns, das Team der Geschwisterspielstube „Regenbogen“, mit einer Gruppe von trauernden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihren Bruder/ihre Schwester durch eine Krebserkrankung verloren haben, auch in diesem Jahr wieder in unserem altbekannten Haus in Achern am Bosenstein.

Jedes Gefühl war hier willkommen, durfte seinen Platz haben, ausgelebt und gefühlt werden. „Deine Trauer, deine Regeln. So wie es ist und so, wie es dir guttut.“ 

Da ist ankommen ganz wichtig. Wir zogen erst einmal mit Sack und Pack und jeder Menge Essen ins Haus ein, machten es uns gemütlich und zu unserer gemeinsamen kleinen „Auszeit“ mit Blumen und Kerzenschein. Am Abend wagten wir uns bei herbstlichen Stürmen nach draußen und trafen auf dem Rückweg auf viele kleine „Glühwürmchen Tüten“. Diese können in Zukunft vielleicht in dunkleren Stunden dem einen oder anderen / der einen oder anderen, etwas Wärme schenken.

Am nächsten Tag wollten wir herausfinden, mit welchen Gefühlen wir alle hier angekommen sind welche wir schon lange mit uns tragen und / oder die sich eventuell auch erst hier so richtig präsent zeigen. Jeder bestückte dafür seine eigene Gefühlspalette. Aber nicht etwa mit Begriffen oder Symbolen, nein, mit Süßigkeiten… z.B. rot die Wut (Nic Nac‘s), schwarz für die Traurigkeit (Lakritz Schnecken), Regenbogenfarben für das Gefühlskuddelmuddel (Regenbogenfarbige Gummibärchen), dunkelrot für die Dankbarkeit (saure Schmetterlinge), gelb für die Freude (Bananenchips) u.a. Natürlich durfte auch gegessen werden.

Am Nachmittag ging es raus, in die stürmische Umgebung zu einer GeFÜHLten Tour… dabei begegneten wir den unterschiedlichsten Gefühlen und Emotionen …Stress, Wut, Geborgenheit/Verbundenheit, Entspannung, Trauer, Albernheit, Überraschung und Liebe. Es wurde gefühlt, gesprochen, gehämmert, gelacht und tief durchgeatmet und immer wieder auch einen Blick auf die positiven Gefühle gelenkt, welche es in Verbindung mit Trauer ebenfalls gibt. Außerdem schauten wir gemeinsam nach persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten, um diese zu stärken.

Wieder zurück im warmen Haus wurde es anschließend kreativ, was an keinem Wochenende fehlen darf. Auch hier spielten Gefühle und Emotionen eine wichtige Rolle. Beim „Gefühlsmosaik“ machten wir bei der näheren Betrachtung, vielleicht auch durch etwas Abstand und dem gemeinsamen Austausch, die Erfahrung, dass manchmal auch was Neues entstehen kann. So wie man aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, sprichwörtlich etwas Schönes bauen kann, kann auch bei der Trauer Neues entstehen … bunt, vielfältig, besondere. Mit verschiedenen Fundstücken ging es ans Stempeln, Kleben, Schneiden und Gestalten.

Danach ließen wir den Abend bei einem gemütlichen, leckeren Indoor Picknick ausklingen, genossen das Beisammensein und den Austausch. Mittlerweile ist dies eines unserer schönsten Rituale.

Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen von unserem GeFÜHLten Wochenende. Um sich zu erinnern, dass aus unseren Gefühlen auch etwas Neues wachsen kann, bekam jede/jeder noch bunte Blumenmurmeln, für seine eigene Gefühlswiese, die im Frühjahr erblühen kann.

Finanziert wurde das Trauerwochenende in diesem Jahr von der „Post Code Lotterie“ im Rahmen eines Förderprojekts. Vielen herzlichen Dank!

Eure Spielstuben-Elfen