Projekt Kobra



Eineinhalb Jahre nach dem Start kommt das Projekt 'Kinderonkologie im badischen Raum' mit Riesenschritten voran. Mit Kobra wird in Baden-Württemberg erstmals der Versuch unternommen, regionale Kliniken für die wohnortnahe Versorgung von krebserkrankten Kindern zu qualifizieren. Unter der Federführung des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Freiburg sind elf Einrichtungen in Baden daran beteiligt. Der Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg stellt in seinem Elternhaus die Räume zur Verfügung.

Die Idee stammt von Professor Charlotte Niemeyer. Der Ärztlichen Direktorin der Freiburger Kinderklinik schwebte eine ganzheitliche Versorgungsstruktur für krebskranke Kinder schon seit geraumer Zeit vor. Bisher werden junge Krebspatienten in Deutschland ausschließlich in spezialisierten Zentren behandelt. In Baden gehört neben der Freiburger Uniklinik, die Kinder und Jugendliche mit allen Krebserkrankungen behandelt und 70 Neuerkrankungen pro Jahr zählt, nur die Kinderklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe mit einer teilweisen Therapie und 20 Neuerkrankungen pro Jahr dazu.

Doch für die betroffenen Kinder und ihre Familien bedeutet diese Zentralisierung fast immer viel Aufwand. So müssen sie auch für kleine Therapieelemente und ambulante Kontrolluntersuchungen oft lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Die Abwesenheit der Eltern von der Restfamilie erfordert vielfach zusätzlichen Betreuungsaufwand für die weiteren, gesunden Kinder und führt nicht selten zu spürbaren Verdienstausfällen. Außerdem führt die Spezialisierung innerhalb der pädiatrischen Onkologie auch dazu, dass eine bedarfsgerechte psychosoziale Nachsorge an den Wohnorten in der Regel fehlt. Lücken bestehen schließlich auch bei der palliativen Therapie und bei der Sterbebegleitung. Denn obwohl die Krebstherapie bei Kindern speziell in Freiburg eine sehr hohe Erfolgsquote aufweist, erliegen zwei bis drei von 10 Kindern ihrer Erkrankung. Der Wunsch zu Hause sterben zu dürfen und dabei von vertrautem Personal umsorgt zu werden, kann jedoch nur durch eine enge fachliche Kooperation zwischen dem onkologischen Spitzenzentrum, der wohnortnahen Kinderklinik und anderen lokal behandelnden Einrichtungen erfüllt werden.

"Mit Kobra haben wir nun eine Win-Win-Situation für alle gefunden", sagt Charlotte Niemeyer und meint damit die Patienten ebenso wie die Familien und die beteiligten lokalen Kliniken in Lörrach, Villingen-Schwenningen, Konstanz, Singen, Freudenstadt, Freiburg (Josefshaus), Schönwald (Katharinenhöhe), Offenburg und Baden-Baden. Bei ihnen hat die Kinderkrebsexpertin aus Freiburg mit ihrer Idee offene Türen eingerannt, denn sie waren bisher wenig oder gar nicht in die Versorgungskonzepte für krebskranke Kinder einbezogen. Durch Kobra sind sie nun regelmäßig bei Fortbildungstreffen in Freiburg.

„Viele Kollegen betrachten Kobra als eine große neue Herausforderung“, sagt Niemeyer. Jugendliche Patienten mit Verdacht auf Krebs müssen sie an die großen Zentren weiterleiten. Auch in Zukunft soll sich daran nichts ändern, zumal zum 1. Januar 2007 eine entsprechende Vereinbarung des Gemeinsamen Bundesausschusses in Kraft getreten ist. Gleichwohl sieht Charlotte Niemeyer in der Fortbildung der regionalen Kliniken auch den Versuch, gemeinsame Standards für ausgewählte kleinere Therapieelemente sowie Teile der Nachsorge zu definieren. Mit den Krankenhäusern in Villingen-Schwenningen und Singen ist die engagierte Onkologin bereits einen Schritt weiter. Derzeit ist ein Vertrag mit diesen beiden Einrichtungen in Arbeit, der ein Qualitätsmanagement zwischen den Verwaltungen regelt.

Über den großen Erfolg von Kobra ist man aber auch beim Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg erfreut. Der Verein hat dem Projekt Räume in seinem Elternhaus zur Verfügung gestellt, das ihm angeschlossene Kuratorium zur Förderung von Forschung und Wissenschaft finanziert mehrere Personalstellen im Zusammenhang mit dem Projekt. „Kobra bringt uns bei der Versorgung von krebskranken Kindern und ihren Familien einen großen Schritt nach vorn“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Rendler. „Das Projekt ist ein weiterer Beweis für das übergroße Engagement der Freiburger Universitätsklinik“. 

 

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