Eine Zahl, die Hoffnung macht



Freiburg. Vor genau 40 Jahren gründeten Eltern, deren Kind an Krebs erkrankt war, den Förderverein in Freiburg. Bis heute leistet der Verein, der sich nur aus Spenden finanziert, umfassende Unterstützung für betroffene Familien und bringt diese im Elternhaus unter. Außerdem fördert der Verein die Kinderklinik durch Zuschüsse, die Anschaffung modernster medizinisch-technischer Geräte und durch die Finanzierung innovativer Forschungsprojekte. Ab Ende des Jahres entsteht neben der neuen Kinderklinik Freiburg auch das neue Elternhaus.

Vor rund vierzig Jahren durften die Eltern krebskranker Kinder erstmals auf wirksame Therapien hoffen. Allerdings waren die Kliniken damals weder personell noch räumlich auf die kleinen Patienten eingestellt. In Freiburg schliefen die Eltern auf Luftmatratzen neben dem Krankenbett oder auf Klappliegen, die jedes Mal zur Seite geräumt werden mussten, wenn eine Pflegekraft in den Raum kam. „Es waren unhaltbare Zustände“, erinnert sich Bernd Rendler vom Vorstand des Fördervereins, der damals selbst ein betroffener Vater war. „Dennoch sind wir unserer Tochter natürlich nicht von der Seite gewichen.“

Wie dem Ehepaar Rendler erging es damals vielen Familien. Bundesweit gründeten sich deshalb Elterngruppen und Selbsthilfevereine. In Freiburg mietete der Förderverein zunächst Wohnungen in Kliniknähe an und schuf 1981 die erste Betreuung für Geschwister krebskranker Kinder, die aufgrund der Umstände sehr belastet sind. Mit dem Bau des Elternhauses gleich neben dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg setzt der Förderverein 1995 einen Meilenstein in der Hilfe für Familien, die nun in unmittelbarer Nähe zu ihrem erkrankten Kind wohnen konnten. Das Haus wurde 2005 um einen Anbau erweitert und bietet heute in 37 Zimmern und Appartements Platz für Eltern, die während der stationären Behandlung des Kindes manchmal Monate oder gar Jahre in Freiburg bleiben müssen. Mit ca. 20.000 Übernachtungen pro Jahr zählt das Elternhaus bereits heute zu den größten in Europa. Die meisten Familien kommen aus dem Raum Südbaden, aber auch aus der ganzen Bundesrepublik und – wegen der Spezialisierung der Uniklinik Freiburg – auch aus der ganzen Welt.

An eine psychosoziale Versorgung der erkrankten Kinder und ihrer Familien war vor 40 Jahren nicht zu denken. Dass diese heute zur Regelversorgung gehört und gar als ethische Verpflichtung [1] betrach-tet wird, ist auch dem Engagement des Fördervereins zu verdanken. Im Elternhaus werden die Familien in allen Fragen beraten und in Härtefällen durch den Sozialfonds unterstützt. Familien, die ein Kind verloren haben, werden durch eine eigene Beratungsstelle oft noch viele Jahre nach ihrem Verlust begleitet. Auch das Team der Geschwisterspielstube im Elternhaus, in der pro Jahr Hunderte Geschwister wie auch entlassene Patientenkinder betreut werden, ist entsprechend geschult und geht durch spiel- und kreativtherapeutische Angebote einfühlsam auf die Situation der Kinder ein. Außer Haus finden Ferienfreizeiten und Wochenenden für trauernde Jugendliche statt.

„Über achtzig Prozent der erkrankten Kinder können heute geheilt werden“, so Bernd Rendler. „Das ist eine Zahl, die Hoffnung macht, denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Heilungschancen der Kinder zu verbessern.“ Dies geschieht nicht nur, indem der Förderverein den Eltern, die ihrem Kind während der Krankheit die wichtigste Unterstützung sind, Raum für Ruhe und Erholung bietet.

Neben den Projekten im Elternhaus unterstützt der Förderverein die Kinderklinik jährlich mit einem Betrag von ca. 1 Mio. Euro als Zuschuss zu den Personalkosten sowie durch die Anschaffung modernster medizinisch-technischer Geräte. Seit seinem Bestehen hat der Förderverein die Klinik insgesamt mit rund 22 Mio. Euro gefördert. Das besondere Augenmerk gilt dabei der Forschung. An der Uniklinik Freiburg werden auf dem Gebiet der Krebserkrankungen im Kindesalter weltweit führende Studien durchgeführt sowie Labore und eine Biobank unterhalten. Der Förderverein hat zudem dem Forschungspreis des Kuratoriums für Wissenschaft und Forschung ausgeschrieben, der alle zwei Jahre für herausragende Leistungen vergeben wird.

Helfen ist Ehrensache: Vorstand und Beirat des Fördervereins arbeiten absolut ehrenamtlich und werden durch viele prominente Persönlichkeiten im Kuratorium mit spektakulären Aktionen und Veranstaltungen unterstützt. Im vierzigsten Jahr seines Bestehens steht der Förderverein Freiburg nun vor der größten Herausforderung seiner Geschichte: Die Kinderklinik wird derzeit an einem anderen Standort neu gebaut. Deshalb wird auch die Errichtung eines neuen Elternhauses zwingend notwendig. Die Planungen für dieses Projekt laufen seit 2013, der Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Baukosten sind nach letzten Berechnungen mit rund 14 Mio. Euro veranschlagt – eine Summe, die der Förderverein abermals rein aus Spenden erbringen will.

Bildmaterial und weitere Informationen zum Neubau:

Pressebereich


[1] PSAPOH S3-Leitlinie „Psychosoziale Versorgung in der P ä diatrischen Onkologie und Hämatologie“ 2019, https://www.kinderkrebsinfo.de/fachinformationen/psapoh/s3_leitlinie/index_ger.html

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