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Das neue Elternhaus ist fertig

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19. Juni 2023
Das neue Elternhaus wird für viele Familien "zweites Zuhause" sein, sobald auch die neue Freiburger Kinder-und Jugendklinik ihre Türen öffnet

Freiburg i. Br. Vor gut zehn Jahren beschloss der Förderverein für krebskranke Kinder ein neues Elternhaus zu bauen. Diese Entscheidung hat sich der Vorstand nicht leicht gemacht, denn der Bau eines so großen Hauses ausschließlich aus Spenden und in rein ehrenamtlicher Vorstandsarbeit stellte die größte Herausforderung in der Geschichte des Fördervereins dar. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wird das neue Elternhaus an der Breisacher Straße nun eingeweiht. Das Elternhaus wird Familien, deren Kinder stationär in der Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Freiburg behandelt werden, ein zweites Zuhause auf Zeit bieten. Der Aufenthalt und das umfassende Betreuungsangebot sind für die Familien kostenlos. Das gesamte Bauprojekt wurde von Vorstand Johannes Bitsch überwacht. Vollständig genutzt wird das neue Elternhaus aber erst, sobald die Kinder- und Jugendklinik Freiburg in Betrieb ist.

Grund für den Neubau des Elternhauses war und ist der Neubau der Kinder- und Jugendklinik Freiburg an der Breisacher Straße, etwa 1,8 Kilometer vom bestehenden Elternhaus entfernt. Zu weit, um das bisherige Haus in der Mathildenstraße zu halten, lautete das Fazit aller befragten Eltern und anderen Fördervereine. Bis zu zehnmal am Tag und in der Nacht pendeln Eltern schwerkranker Kinder und Jugendlicher von ihrer Unterkunft zum Krankenbett ihres Kindes und zurück – und das nicht selten über viele Wochen und Monate. Die unmittelbare Nähe zwischen Klinik und Elternhaus ist für die Familien daher unverzichtbar, um das kranke Kind optimal durch die schwere Zeit zu begleiten. Das neue Elternhaus steht daher nun wieder nur einen Steinwurf von der neuen Kinder- und Jugendklinik entfernt.

„Unsere Ärzte und Pflegenden könnten die Kinder ohne die Eltern nicht betreuen“, betont Prof. Charlotte Niemeyer, Ärztliche Direktorin der Kinderonkologie und Sprecherin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Freiburg. „Das Elternhaus macht unsere Medizin erst machbar. Es ist der Rückzugsort für die Familien, an dem sie sich erholen und neue Kraft schöpfen können, und bietet ein Stück Normalität in einer absoluten Ausnahmesituation.“

Über 20.000 Übernachtungen verzeichnet das bestehende Elternhaus pro Jahr. Mit 45 barrierefreien und teils rollstuhlgerechten Familienzimmern und Appartements, voll ausgestatteten Gemeinschaftsküchen, Aufenthaltsräumen und dem Bistro mit Frühstücksangebot ist das neue Elternhaus sogar noch etwas größer als das Haus in der Mathildenstraße. Dort finden derzeit pro Jahr rund 1.000 Familien Aufnahme. Täglich werden freie Betten an die Kinderklinik gemeldet, die diese dann nach Bedarf vergibt. Im Elternhaus können sich die Familien komplett selbst versorgen. Das Herzstück der umfassenden Betreuung im Elternhaus ist der Sozialdienst. Zwei erfahrene Sozialarbeiterinnen beraten die Eltern während der gesamten Therapiedauer und stehen ihnen auch in Krisensituationen bei. In Härtefällen stellt der Sozialfond auf Antrag finanzielle Hilfen bereit. Die Geschwister werden tagsüber in der Spielstube pädagogisch und therapeutisch betreut. Die Eltern haben dadurch den Rücken frei und können sich ganz auf die Begleitung des kranken Kindes konzentrieren. Für Familien, deren Kind verstirbt, unterhält der Förderverein eine weitere Beratungsstelle und bietet Angehörigen Nachsorgeangebote sowie zahlreiche weitere Unterstützungsmöglichkeiten an.

„Durch das Elternhaus und die verschiedenen Angebote hatten wir als Familie die Möglichkeit, in dieser nervenaufreibenden Zeit ein halbwegs normales Leben zu führen“, berichtet eine Familie über ihre Zeit in Freiburg. Gut die Hälfte der Eltern und Geschwister, die im Elternhaus wohnen, stammen aus Baden-Württemberg. Die anderen Familien kommen aus den anderen Bundesländern und dem Ausland. Für sie ist die Behandlung ihres Kindes in Freiburg oft der letzte Hoffnungsschimmer.

Seit 1980 unternimmt der Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg alles, um Eltern und Geschwister in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Gegründet wurde der Verein damals von betroffenen Eltern, die von den beengten Verhältnissen an der Kinderklinik und den fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern entsetzt waren. Auch heute waren sechs von sieben Vorständen einst selbst mit ihrem krebskranken Kind zur Behandlung in Freiburg. Daher wissen alle, dass eine möglichst umfassende, ganzheitliche Betreuung nötig ist, damit auch die Eltern und Geschwister die Zeit der Erkrankung und Therapie bestmöglich überstehen und die ganze Familie das Geschehene anschließend verarbeiten kann.

Der Neubau des Elternhauses begann im Herbst 2020, nur wenige Wochen vor Beginn der Corona-Pandemie und dem darauffolgenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Trotz erheblich erschwerter Bedingungen blieb das Projekt im vorgegebenen Zeit-und Kostenplan blieb. Vorstand Johannes Bitsch, der den Neubau in vielen tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit beaufsichtigte, betont: „Das Wohlbefinden und die Sicherheit der Familien, die in unserem Elternhaus Freiburg zu Gast sind, ist unser oberstes Anliegen. Das ganze Gebäude ist darauf ausgelegt, den Familien den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Durch die lebensbedrohliche oder chronische Erkrankung ihres Kindes haben sie genug zu schultern. Unsere Aufgabe ist es, ihnen jeden Tag ein klein wenig dieser Last abzunehmen.“

Kennzahlen des neuen Elternhauses

Bauherr: Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg i. Br.

Lage: Breisacher Straße 60, Freiburg im Breisgau

Planung: Hähnig | Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB, Tübingen

Beratung: Echomar, Oberkirch

Bauleitung: Markus Streif, Architekturbüro Müller und Huber

Anzahl der Elternzimmer:       45                                                                   

  • davon Apartments           9
  • davon Einzel- bzw. Doppelzimmer    27
  • davon Familienzimmer mit angliederbarem Zimmer     9

Baukosten:     14,5 Mio. Euro, finanziert aus Spenden