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Ein Tag für die Geschwisterkinder

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6. August 2026
Collage1Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg Startklar für die Entdeckungstour: mit liebevoll vorbereiteter Ausstattung und jeder Menge Fragen im Gepäck!
Collage2Foerderverein-krebskranke-kinder-freiburg Im RTW Probesitzen und Liege testen war eines der Highlights am Geschwistertag
   

Was für ein aufregender Tag: Am Freitag, den 31.07.2026, hieß es für 10 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren nach einer längeren Pause, einem Umzug in die neue Kinder- und Jugendklinik und ins neue Elternhaus – endlich wieder GESCHWISTERTAG. Dieser bunte Nachmittag wird gemeinsam vom Team der Geschwisterinsel des Fördervereins für krebskranke Kinder e. V. Freiburg und dem psychosozialen Team der onkologischen Station der Kinder- und Jugendklinik Freiburg geplant und veranstaltet.

Ein besonderer Tag, an dem sich alles um die Geschwister krebskranker Kinder dreht, genau wie im Alltag der Geschwisterinsel. Denn eine solche Diagnose verändert auch ihr Leben und stellt alles auf den Kopf. Vieles ist nicht mehr, wie es vorher war: Der Kopf ist voller Fragen, oft ist Angst da oder andere Gefühle kribbeln im Bauch, und ganz viel Neues kommt auf sie bzw. die ganze Familie zu.

Am Geschwistertag stehen sie mit all ihren Fragen, Bedürfnissen und Anliegen rund um die Erkrankung im Mittelpunkt. Alles darf gefragt werden. Es geht darum, Informationen kindgerecht und altersentsprechend zu vermitteln, Antworten auf Fragen zu bekommen, Ängste abzubauen, Spaß zu haben und einfach auch mal zu schauen, was sich hinter der ein oder anderen verschlossenen Tür in der Klinik befindet. Man muss nämlich wissen, dass Geschwister oft richtige Experten auf dem Gebiet Krankenhaus und Erkrankung ihres Bruders / ihrer Schwester sind. Da kann man nur staunen. Und dazu kommt noch, dass sie richtig mutig und neugierig sind. Sie können sogar Ärzt*innen ein Loch in den Bauch fragen, und das haben sie auch dieses Mal geschafft! Aber eins nach dem anderen.

Ausgestattet mit einem besonderen Namensschild – wir sprechen von Prof. Dr. … – und einer Ärztetüte mit viel Platz für kleine Überraschungen, ging es zum RTW, der mit viel Zeit und einer großen Portion Spontanität nur für die Geschwister angefahren kam. Neugierig und mit großen Augen wurde er erkundet. Ups … da lag ja sogar ein tierischer Patient auf der Trage: ein Elch mit jeder Menge Pflaster. „Was fehlt ihm denn?“ Gemeinsam wurde danach geschaut, was er braucht und wie man ihn bei der Atmung unterstützen kann. „Wie riecht Sauerstoff eigentlich?“ „Tut das weh?“ „Wie legt man eigentlich einen Zugang, und könnte denn eine stabile Seitenlagerung dem Elch nicht helfen?“ Gesagt, getan! Und so wurde viel gezeigt, erklärt und natürlich auch alles Mögliche ausprobiert: vom Zugang legen bis hin zum Liegen auf einer Vakuummatratze und Trage. Nach und nach legte sich die Aufregung und es wurde viel gelacht, gestaunt und Gemeinsamkeiten entdeckt.

Nachdem der RTW mit tosender Sirene davongefahren war, ging es weiter zum Labor. Hier war es sehr spannend zu sehen, was mit dem Blut passiert. Denn die kleinen und großen Patient*innen erzählen ihren Geschwistern oft vom Fingerpieks. Bei uns hieß es dann: „Mutige vor“, und es gab einen Mutigen, der seinen Finger zum Fingerpieks hinstreckte. Mit Spannung wurde den Erzählungen gefolgt und durchs Mikroskop geschaut. „Wow, so sehen die roten Blutkörperchen also aus.“ Die Augen wurden immer größer und schauten gespannt auf den Bildschirm. Aber eine knifflige Frage gab es an dieser Station noch: „Warum sind die Adern blau, wenn doch das Blut, welches durchfließt, rot ist?“

Die Geschwister wollten es unbedingt schaffen, dem Fachpersonal und der Ärztin ein Loch in den Bauch zu fragen. Mit Aufregung und Kribbeln im Bauch ging es dann weiter zur nächsten Tür … Überraschung! Eine Ärztin wartete auf alle, und neben ihr ein Ultraschallgerät. Mit viel Geduld, kindgerechten Erklärungen und Informationen wurden Knie, Herz und andere Organe und sogar der Kopf unter die Lupe genommen. Wow, was man da alles sehen kann … zum Beispiel: „ein Herz, das ein Feuerwerk macht!“ Jedes Kind durfte einmal selbst auf der Liege Platz nehmen.

Zwischen viel Staunen, dem ein oder anderen Kichern und regem Fachsimpeln sammelten sich schon die nächsten Fragen …

„Warum heißt es Krebs?“
„Wie groß kann ein Tumor werden?“
„Was ist eine KMT?“
„Was sind Vorzeichen von Krebs?“
„Gibt es einen Unterschied zwischen Krebs bei Erwachsenen und Krebs bei Kindern?“

Mit ganz viel Wissen, neuen Erfahrungen, tollen MUTausbrüchen, Pizza im Bauch, einer Tasche voller Überraschungen und einer Urkunde ging es langesam wieder nach Hause.

Aber ein kleines Geheimnis bleibt: Mit welcher Frage genau die Geschwister es geschafft haben, der Ärztin ein Loch in den Bauch zu fragen.

Wir freuen uns schon aufs nächste Mal, denn wir haben bereits viele bunte neue Ideen im Kopf.

Ein großes Dankeschön geht an alle Fachkräfte, die mit viel Geduld, Flexibilität, Einfallsreichtum, Einfühlungsvermögen und Zeit gemeinsam mit uns diesen besonderen Tag gestaltet haben.

Freiburg, 06.08.2026